Wie läuft eine Therapie ab?
Wie lange dauert sie?
Haben Sie sich nach dem Erstgespräch für eine
nicht kassenzugelassene TherapeutIn entschieden und tragen Sie die Kosten
selbst, kann die Therapie meist sofort beginnen. Wartezeiten gibt es selten.
Bei den VertragspsychotherapeutInnen der Kassen jedoch gibt es je nach
Region und Zusatzausbildungen lange Wartezeiten, besonders z.B. bei solchen,
die auch Traumatherapie anbieten. Vielleicht macht es Ihnen wenig aus,
einige Monate auf den Beginn Ihrer Therapie zu warten. In der Regel aber
liegt darin ein großes Problem. Denn Sie sind ja auf TherapeutInnensuche
gegangen, weil Sie jetzt Unterstützung brauchen. Erkundigen Sie sich
ggf. nach Möglichkeiten der Überbrückung. Die Therapeutische
Frauenberatung z.B. bietet überbrückende psychologische Unterstützung
an, bis Sie einen Therapieplatz bekommen.
Vor Beginn Ihrer Therapie bei einer/m VertragspsychotherapeutIn
muss ein Antrag bei Ihrer Kasse gestellt werden. Werden zunächst
bis zu 25 Stunden beantragt, reicht ein von ihnen beiden unterschriebener
Antrag. Sollen gleich mehr als 25 Stunden beantragt werden, bedarf es
eines ausführlicheren Antragsberichtes. Bei psychologischen PsychotherapeutInnen
ist außerdem in jedem Fall ein konsilarischer ärztlicher Bericht
notwendig. Er soll ausschließen, dass körperliche Ursachen
für Ihre Symptome verantwortlich sind. Ihre Therapeutin / Ihr Therapeut
sollte mit Ihnen gemeinsam den allgemeinen Therapieverlauf planen.
Die Therapie – ein insgesamt aufsteigender Prozess mit Auf
und Abs
Nach der ersten Phase des Kennenlernens kommt die „harte“
Arbeitsphase, in der Ihre Veränderungsbereitschaft, Ihre Motivation,
ganz sicher auch Ihre Geduld gefordert sind. Meist ist eine Therapie ein
Prozess der kleinen Schritte. Das große AHA-Erlebnis, durch das
sich plötzlich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen, gibt
es in der Realität eher selten. Auch Krisen sind normal.
Grundsätzlich können Sie selbst bestimmen, wann
Sie Ihre Therapie beenden. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Therapieziel
erreicht zu haben und es Ihnen merklich besser geht, kann der Zeitpunkt
gekommen sein. Auch gibt es Gründe, eine Therapie frühzeitig
abzubrechen. Etwa wenn Sie das Gefühl haben, nicht verstanden oder
manipuliert zu werden. Oder auf der Stelle zu treten und Oberflächlichkeiten
auszutauschen. Bei Anzeichen für eine deutlich missbräuchliche
therapeutische Beziehung wenden Sie sich unbedingt an kompetente Beratungsstellen.
Die beginnt nicht erst bei sexuellen Übergriffen. Dazu zählen
z.B. das endlose Hinauszögern des Therapieendes oder die Tatsache,
dass die PsychotherapeutIn zunehmend mit eigenen Problemen Ihre Sitzungen
füllt.
Am Ende der Therapie steht in der Regel eine Bilanz. Sie besprechen den
Verlauf der Therapie, die Umsetzung des Erreichten im Alltag und die weiteren
Entwicklungsmöglichkeiten für Sie. Unter Umständen ist
ein langsames „Ausschleichen“ aus der Therapie sinnvoll, mit
längeren zeitlichen Intervallen zwischen den Sitzungen.
Ist ein Leben auf der psychoanalytischen Couch unvermeidbar?
Einen Richtwert für die Dauer einer Therapie
gibt es nicht. Die Heldinnen und Helden so mancher Woody-Allen -Filme
verbringen manchmal Jahrzehnte auf der psychoanalytischen Couch. Doch
wer will das schon. Und bezahlen kann das auch niemand.
Eine Kurzzeit-Psychotherapie dauert in der Regel bis zu 25 Sitzungen.
Sind die Probleme tiefliegender oder komplexer, ist eine Langzeit-Therapie
notwendig. Deren Dauer muss jedoch nicht am Anfang festgelegt werden.
Verlängerungen sind auf umfangreichen schriftlichen Antrag hin möglich.
Der Stundenumfang, den die Krankenkassen übernehmen, ist je nach
Therapieform unterschiedlich. Er reicht von 25 Stunden bei einer Kurzzeit-Verhaltenstherapie
bis zu 300 Stunden bei der Psychoanalyse.

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