SENSIA – Häusliche Gewalt als Thema in der medizinischen Versorgung
Medizinische Einrichtungen gehören zu den ersten Stellen, an die sich Opfer Häuslicher Gewalt wenden. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht und genießen ein hohes Maß an Vertrauen in der Bevölkerung. Sie sind eine wichtige Schnittstelle für die weitere Möglichkeiten der Intervention und Prävention bei Häuslicher Gewalt. SENSIA zielt darauf, Häusliche Gewalt als Kontext oder Ursache in die medizinische Versorgung von Frauen und deren Kinder einzubeziehen. Zielgruppe des Projekts sind sowohl ärztliche wie pflegende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Krankenhäusern. Auch andere Berufsgruppen, die mit betroffenen Frauen in Kontakt kommen können wie etwa Reinigungsdienste oder Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, sind mögliche Ansprechpartner. Schwerpunkt von SENSIA sind krankenhausinterne Fortbildungen. Basisfortbildungen bieten vorrangig Informationen über Dynamik und Formen von Gewalt in Paarbeziehungen, über Beschwerdebilder infolge von Misshandlung sowie über regionale und überregionale Hilfsangebote. Die Dauer beträgt zwei bis drei Stunden. Beanspruchen bestimmte Themen spezielles Interesse, können sich an die Basisfortbildungen vertiefende Workshops anschließen (z.B. beratungstechnische Hilfen, juristischer Rahmenbedingungen.). Die TeilnehmerInnenzahl sollte 12 Personen nicht übersteigen. Mehrere Veranstaltungen pro Krankenhaus sind nicht nur möglich, sondern gewünscht. Die Fortbildungen sind kostenlos. Dieses Angebot gilt für das gesamte Jahr 2006 Hinsichtlich der Durchführung ist das Projekt offen für die Gepflogenheiten und die Bedürfnisse der beteiligten Partner. So können wir den zeitlichen und inhaltlichen Zuschnitt der Fortbildungen individuell abstimmen. Spezielle Interessen berücksichtigen wir gerne. SENSIA unterstützt darüber hinaus die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfseinrichtungen. Das Evangelische Vereinskrankenhaus gGmbH Hann. Münden konnte bereits zur Kooperation gewonnen werden. Nach einer Auftaktveranstaltung am 8. März 2006 beginnen dort Ende März die Fortbildungen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit finanziert und fördert das Projekt noch bis zum März 2007. SENSIA hat Modellcharakter. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden dokumentiert. Ein Handlungsleitfaden soll die weitere Verbreitung in Niederachsen befördern. Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen.
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